Zoo-AG

Anmerkungen

Exkursionsbericht Tierpark Kalletal

17. Februar 1996

Der Leiter des Tierparks, Dr. Neumann, hatte zu einer Führung und der Präsentation der weiteren Planungen im Tierpark den Tierparkverein eingeladen - sowie jeden, der sich dafür interessiert. Das extrem schlechte Wetter - kalt, windig, immer wieder mit Graupelschauern - wird allerdings nicht allein Schuld gewesen sein, daß vom Verein nur 3 Leute anwesend waren. Vor insgesamt etwa 15 Zuhörern incl. Presse erläuterte Neumann zuerst den Stand im Tierpark und wie er sich die Zusammenarbeit mit dem Verein denkt. Danach stellten Frau Hofmann und Herr Laut die Gehegeplanungen im Detail vor. Anschließend gab es die Parkführung mit Wolfs- und Bärenvorführung und Blick ins Raubtierhaus.

Status Quo:

Der Tierpark wurde am 1.1.96 vom Schwager Neumanns gekauft und von der Tierpark-GmbH(?) gepachtet, deren Vorstand Dr. Neumann ist. Am 1.4. übernahm er die Leitung.

Neue Mitarbeiter: Fr. Hofmann (Zootierpflegerin, früher Leipzig), Hr. Laut (Handwerker, früher Wiesbaden), Manuela Hofmann (Tierlehrerin Schweine). Übernommen: Rüdiger Schuwanz (Tierpflege und Handwerker); Kassiererin

Die Gaststätte ist z.Zt. nicht verpachtet, seit die bisherigen Pächer wegen grundsätzlicher Meinungsunterschiede gegangen wurden; gewünscht sind lange Öffnungszeiten.

Der Verein von 250 Mitgliedern hatte seither 11 Austritte und 7 Neumitglieder zu verzeichnen.

Tierpark-Philosophie:

Weg vom Menageriestil (nicht verhaltensgerecht, kein Publikumserfolg), weniger Tiere in größeren Gehegen.

Intensivere Besucherbetreuung:

  • kostenlose tägliche Führung um 15.00 - Tiere in Aktion (Fütterung), Informationen
  • anschließende Tierschulen (Bär - Wolf - Schwein): Lustige Tiershow, aber nicht als Zirkusnummer, sondern um Kommunikation zwischen Tier und Mensch zu zeigen, tierliche Emotionen und zur Darstellung der "Mitgeschöpflichkeit".

Verein sollte unterstützen, Gelder beschaffen (80.-/J + Spenden), aber keine Kontrollinstanz sein. Gemeinsame Aktionen (z.B. Aufräumen), Problem mangelnder "tatkräftiger Unterstützung".

Alle Tiere sollen möglichst jung erworben werden, damit sie händelbar bleiben.

Planungen und Umbauten:

Nur kurzfristig festgelegt, frühzeitige Information der Öffentlichkeit in der Hoffnung auf "Sonderangebote" (Baumaterial, Arbeitsleistung)

Altes Ziegengehege bereits abgerissen (Toggenburger wegen des Gehörns für Kinder ungeeignet), dafür Hühnergehege (Zaun nach hinten versetzt) mit Lakenfelder, Australorbs, Rodeländer usw, auch W. Seidenhühner geplant.

Planung 1996:

Afrikaanlage: Baubeginn, sobald es das Wetter zuläßt; Tiere: je 2 Dromedare, Zebras, Gnus, Strauße (möglichst jung). 300x75 m, alter Zaun weg, 3 Elektrodrähte an nur 4 Pfosten von 1,2 m an der Längsseite, dazwischen Schwebepfähle alle 10 m aus nichtleitendem Eukapyptus. Sehr günstig. Stall: 1. Bauabschnitt 6x4,5 m, 2. für ´97 vorgesehen, 3. als Strohlager, damit das alte weg kann. Altes Gestell gegenüber: Unterstand als Ruheplatz oder für Schulklassen.

Neues Ziegengehege: Statt Scooter, umgeben mit bepflanztem 1-m-Steinwall, an der Kontaktstelle für Kinder Holzbohlen, Stall im Keller des Warmhauses. Skooter links der Kasse, damit klare Trennung von Zoo- und Vergnügungsbereich.

Bärenanlage: Zwischen Wölfen und Eseln; Leichtbauweise aus grobmaschigem 8er oder 10er Viereckgeflecht, davor Elektrodraht; 2 Höhlen, Geräte, Holzplateaus, Badebecken. 3600 qm (Richtwert Säugetiergutachten ´96: 150 qm). Zuerst die Einrichtung, dann der Zaun.

Planung 1997:

Tigeranlage: Fasanerie und Greifvogelvoliere weg, 2000 qm Gehege bis hinauf zur Afrikaanlage. Holzverkleidetes Haus auf dem Affenweg, dieser nur noch Fütterweg. Umzäunung aus schwarzem Netzgitter mit Elektrodraht und Abweisern. Graben wird (nun doch nicht?) verrohrt. Einrichtung wie bei Bären. 2 junge Sibirertiger, da winterhart; reinrassig, keine Zucht geplant (2 Männchen?)

Weiteres:

Am Eingang Eur. Otter und Waschbären anstatt der Teiche

Flamingos und Pelikane auf den Teichen am Raubtierhaus; diese entschlammt und mit flachen Ausstiegen versehen.

Carancho-Netzgittervoliere bei den Lamas

Kleinräuberkäfige weiter zusammenfassen: Nur noch Luchse, Schakale und Eulen.

Warmhaus: zu 2/3 Gemeinschaftsanlage für 4 Dklr. Aras (2 weitere aus Klingental - vorher Hof - in Aussicht), Schildkröten, Leguan und Wickelbär; letztere haben Jungtier in selbstangelegter Höhlung hinter der Verkleidung, Paar wird wohl an Berlin abgegeben (nur in Nachttierhäusern zu zeigen), dafür bleibt das Jungtier hier für evtl. Präsentationen in der Anlage. Käfig des Wickelbären zum Großgehege zu öffnen.

Langfristig: nach Tod der übrigen Raubtiere gesamtes Haus für Leoparden (1 Schw., 1 Wildfarb.) mit Einteilung in Regionen: Felsen, Urwald, Steppe.

Völlige Umgestaltung der Australienabteilung nötig

Wasserproblem: Undichte Gräben, die sich teilweise gesenkt haben, ständige Ausräumung nötig (1,5 m tief) - geschützter Abfluß zur Kalle notwendig als einmalige Maßnahme. Sturzbäche von den Weiden verschlammen die Gehege und Wege, unterspülen die Volieren.

Abfallproblem: Als Altlasten unglaubliche Mengen an Schrott, Abbruchmaterial usw. im Park, die hohe Entsorgungskosten verursachen.

Vorwurf-Problem (Presse, Vereinsmitglieder) z.B.:

- Löwen hatten kein Wasser - haben stets Wasser in den Innenkäfigen, dafür Wasserbecken jetzt außen leer.

- Affen haben Schwanzverletzungen - alte Verletzungen, die immer wieder aufbrechen. Alternative wäre nur Amputation.

(c) Dirk Petzold 1996


Erstellt und zuletzt geändert am 10.3.1997 - Zoo-AG Homepage logoeule