Zoo-AG

Anmerkungen

Bericht Tiergarten Odenkirchen / Mönchengladbach

Kurzbesuch am 18. Februar 1998 im Anschluß an eine Exkursion zum Zoo Krefeld

Ein Bericht über unseren Ausflug nach Mönchengladbach ist bisher nicht erschienen und wird es wohl auch nicht mehr. Im Herbst 2000 wurde uns von einem Leser unserer Homepage aber der folgende Bericht zur Veröffentlichung zur Verfügung gestellt, der sich in weiten Teilen mit unserem Eindruck deckt. Die Bilder von 1998 mögen das illustrieren.

Bärenanlage

Tierpark Mönchengladbach 28.10.2000

Der Zoo-Test im Stern animierte mich, doch einmal einen der schlechtesten Zoos Deutschlands zu besuchen. Meine Erwartung war, einen desolaten, schlecht gepflegten Tierpark vorzufinden. An einem grauen Samstag Mittag Ende Oktober war ich einer von vielleicht 20-30 Besuchern im Park.

Nutriagehege

Leider hat der Tierpark bisher keine eigenen Webseiten

Füttern erlaubt, aber nur mit dem an der Kasse erhältlichen Futter, ca. 250 Gramm für 1,- DM; ein gutes Zubrot für die Zookasse, wenn sich die Besucher nur daran halten würden, bestimmte Tiere nicht zu füttern. Der Zooführer © 1996 verspricht 500 Tiere in 125 Arten; davon müssen 80 % Vögel sein. Der Zoo scheint frisch geputzt, Nutrias und Robben bekommen gerade neues Wasser, alle Gehege erscheinen gut gepflegt.

Papageienhaus

Mein Rundgang:

Ich folge meinem Zooplan vorbei an den ersten Volieren mit Kolkraben und Sperbern zum Affenhaus. Die Volieren sind langweilig und könnten so auch in Nachbars Garten stehen.

Das Affenhaus erscheint recht neu, von bestechender Symmetrie und schlichter Eleganz, besonders die Einrichtung, die für Grüne Meerkatze und zwei weiter Affenarten identisch ist. Nur die Kapuzineraffen haben noch zusätzliche Kletternetze und ein Außengehege zur Verfügung. Die Neben- und Wirtschaftsräume befinden sich bei dieser Anlage unter dem Boden des Besucherraumes: Die verglasten Gehege sind durch große Fenster auch von außen einsehbar, so daß es den gehaltenen Tiere sichtbar an Rückzugsmöglichkeiten fehlt. Weiter geht es, an immer weiteren Volieren vorbei, Mufflon, Rothirsch, und Ziegen säumen den Weg  zu den Bären. Erwähnenswert erscheint mir eine Käfiganlage für Kaninchenrassen, die einer Hobbyzüchter-Anlage nachempfunden ist. In drei Etagen werden in geräumigen Boxen Tiere unterschiedlichen Alters gezeigt. Die Bärenanlage scheint einmal ein Prunkstück modernen Betonbaus gewesen zu sein, im Zuge einer Sanierung hat man hier versucht, mit einigen nachträglich angesetzten Natursteinmauern Bärenhöhlen zu schaffen und diese mit ein paar Sack Rindenmulch wohnlicher zu gestalten. Die Steppenrinder hinter stahlbewehrten Absperrungen liegen wiederkäuend auf einem Sand/Kiesgemisch, das eine Materialspende oder ein Sonderangebot gewesen zu sein scheint, denn viele Gehege sind damit frisch ausgestattet. Die zahlreichen Esel lassen mich an eine Sammelleidenschaft denken, dafür sind weder Tarpane noch Ponys in ihren Gehegen. Die Volieren für Uhus und Schneeeulen erscheinen mir dicht besetzt, aber gut strukturiert und ansprechend bepflanzt. Kängurus und Nandus stehen, wie die meisten anderen gezeigten Tiere, in langweiligen “Gehegen” nach dem Muster: Zaun, Hütte, Schild und Tier... fertig! Bei den Nutrias riecht es schlimmer als in einem Freibad mit Chlorunfall, und der Teich, der eine Scheibe für Unterwasserbeobachtungen hat, ist so trüb das man kaum zehn Zentimeter hineinschauen kann. Stachelschweine und Waschbären leben in einer Art von Schlangengruben, die Waschbären haben unter einem Drahtkäfig zumindest einige Kletteräste und Kisten als Baumhöhlenersatz. Den Füchsen, die sich in Ihrem eher dunklen Käfig vor den Besuchern verstecken hat man zwei nackte Suppenhühner als Mahlzeit zugedacht.

Am Gehege der Gänse, Enten und Hühner findet sich eine phantastische Anzahl von Artenschildern, denen zufolge hier locker 20 Arten durcheinanderlaufen. Die im Zoo-Test erwähnten Tiger scheinen abgeschafft worden zu sein. In mehreren Gehegen und vor den  Wirtschaftsräumen am Exotenhaus entdecke ich Brötchen, Brot- und Kuchenreste, die hier ein Hauptfuttermittel zu sein scheinen. Die Raubtierzwinger sind sauber geharkt, aber die Stammabschnitte und Äste darin sind halb vermodert.

Fazit: Mit etwas Planung und eher kleinen Änderungen ließe sich das Erscheinungsbild des Parks erheblich verbessern. Der Zoo scheint offensichtlich aus den Sammlungen privater Halter hervorgegangen zu sein. Ein besucherorientiertes Gehegekonzept liegt ihm offensichtlich nicht zu Grunde. Interessant und schön ist das Meerschweinchengehege, mit Eisenbahn, Bach und Mühle, dem nach meiner Ansicht statt der Holzkiste ein Kleingewächshaus zum Aufwärmen fehlt.

Udo Karkos, November 2000

© 2000 Fotos Dirk Petzold


Erstellt am 21.12.2000 - zur Zoo-AG Homepage logoeule