Zoo-AG

Anmerkungen

Exkursionsbericht Apenheul Apeldoorn

8. Mai 2000, 2-Tages-Exkursion Niederlande

Zuletzt waren wir 1996 in Apenheul - seither wurde nicht nur das Erweiterungsgebiet eröffnet, sondern durch eine ganze Reihe Neuanlagen und Umbauten das Gesicht des Parks total verändert.

Dankenswerterweise wurde für unsere Gruppe sogar extra ein deutschsprachiger Begleiter organisiert: Hans de Groot begleitete uns viele Stunden durch den Park und sprudelte nur so von Fakten und Anekdoten.

apenheul logo
Bonobo-Anlage

Der weit nach vorne verlegte Eingang, nun mit großem Zooshop, leitet den Besucher gleich in die neue Anlage der Totenkopf-Affen. Weiträumiger, vielfältiger und natürlicher gestaltet und mit einem großen, durch Fenster einsehbaren Innenhaus ausgestattet. Die Tiere können noch immer direkten Kontakt zu den Besuchern aufnehmen, doch sie scheinen es seltener zu tun - vielleicht eine Folge der größeren Abwechslung im Gehege, aber möglicherweise auch einer etwas anderen Park-Philosophie unter der neuen Leitung: weniger Tier-Mensch-Kontakt, mehr natürliche Lebensweisen fördern.

So sind auch die Tage der freilaufenden Wollaffen vorbei, die Besuchern mit ihren Greifschwänzen eine flauschige Boa um den Hals legten. Sie haben nun eine eigene Insel bezogen. (Hans erklärt das hier auf Video).
Der Trend, auch Nicht-Primaten zu zeigen, einst durch die verfügte, nun nicht mehr aktuelle Beschränkung der Affenzahl entstanden, setzte sich im Erwerb von Baumstachlern fort. Ein künstlicher Affenbrotbaum, eine Ausstellungshalle und ein Riesenstrauß- Modell leiten das weiträumige Madagaskar-Wäldchen ein, in dem gemeinsam fünf verschiedene Lemurenarten leben, darunter die sehr seltenen Sclaters- oder Blauaugen-Makis, die gleich nach ihrer Ankunft für Jungtiere sorgten.

Dajak-Dorf

Nachdem die zweite Gorilla-Gruppe komplett abgegeben werden konnte, wurde das Gehege für Bonobos (VIDEO) völlig umgestaltet. Ein neues, betretbares Haus in unaufdringlicher Architektur (allerdings rosa gestrichen, nach Meinung von Hans eine Anspielung auf das Sozialsystem der Bonobos...) mit großen Innenräumen über zwei Etagen hinweg dient gleichzeitig als Aussichtsplattform für die Besucher. Im Gehege wimmelt es von  meterhohen Klettergerüsten aus Naturstämmen.

Indonesisches Hausschwein

Wenige Meter weiter geht es in das Indonesische Dorf, das den alten Kinderbauernhof ersetzt (so etwas hat ja in den Niederlanden fast jede Gemeinde). Hier leben in authentischer Umgebung unter den auf Pfosten ruhenden Gebäuden die Haustiere der Region, die einst niederländische Kolonie war: Hühner, Bantengs, Ziegen und vor allem echte indonesische Schweine. In den Häusern gibt es eine sehr informative Ausstellung über das Volk der Dajak. Die meisten Gegenstände sind original. Ein tropischer Streichelzoo mit einem besonderen Flair.

Orang-Utan-Anlage

Die Primaten Asiens, früher ja nur durch Gibbons verteten, sind durch Wanderus und Java-Languren verstärkt worden, die ebenfalls zwei neue Inseln bewohnen. Die Gibbons sind nun Schwarze (Ungka; Schlankgibbon).

Aber auch die Asiatischen Menschenaffen, die Orang-Utans, haben nun Einzug gehalten, und zwar auf zwei geräumigen Insel-Außenanlagen, die noch unterteilbar sind. Ein Gewirr von Kletterästen, mit Seilen und Netzen verspannt, bietet einen “Dschungelersatz”, wie er in keinem Deutschen Zoo existiert. Mutig: Steil abfallende Wassergräben ohne Flachwasserbereich oder Auffangnetze, lediglich wie Wurzeln über die Inseln kriechende Seile sollen den Tieren Halt bieten.
Das Haus, erneut zurückhaltend und über zwei Etagen gebaut, verblüfft mit elektrischen Schiebern, die die Tiere selbst über Kontaktplatten betätigen können. Der Besucherraum, von Glas umgeben und mit Holzboden, ist allerdings schon bei wenigen Kindern im Gebäude sehr laut.
Zwei große, überdachte Plattformen und viele sehr ausführliche, auch interaktive Infos ergänzen den Besucherbereich.

Orang-Utan-Anlage

Was gibt´s sonst noch: Ein neues Haus mit Außen-Inseln für gemischte Gruppen aus Springaffen und Zweifarbaffen (Mantelaffen) sowie für Schwarzen Brüllaffen, Weißgesichts-Seidenäffchen und Goldkopf-Löwenäffchen.
Einen künstlichen, gefällten Urwaldriesen im Vergleich mit einer echten Buche zum Thema Biodiversität des Regenwaldes.
Ein völlig umgestalteter Bereich am Gorillahaus mit neuer Wegeführung und Restaurant; ein Spielplatz ist geplant.

Auch wenn in den nächsten Jahren nicht mehr so viele Neubauten zu erwarten sind: Wir kommen gerne wieder! Mehr über Apenheul (was übrigens “Affenheim” heißt, nicht Affenhügel, Affenhöhle, Affengeheul ... oder was immer Zeitungs- und Fernsehleute schon daraus machten!) auf der Homepage www.apenheul.nl. Und nochmals: Dank U, Hans de Groot!

... weiter ging unsere Exkursion nach Harderwijk ins Dolfinarium!

© 2000 Fotos & Text: Dirk Petzold


Erstellt am 8.6.2000 - zur Zoo-AG Homepage logoeule