Zoo-AG

Anmerkungen

Exkursionsbericht Zoo Nordhorn

19. Mai 2001

Schon zweimal zuvor war die Zoo-AG im Tierpark Nordhorn, diesmal aber mit rechtzeitiger Anmeldung, und so konnten wir uns über die fachkundige Führung durch die Biologin Fr. Gerlinde Gossens freuen. Sie traf uns im neuen Eingangsgebäude des Zoos.

Hier muß ein kurzer Rückblick sein: Schon 1988 war eine großzügige Erweiterung des Tierparks in die Vechte-Niederung geplant, als Afrika-Parkteil mit Dutzenden von Gehegen. Das Gegenteil geschah: Dem Tierpark wurde ein Teil der gepachteten Fläche gekündigt, und über viele Jahre mußte der Park sich auf wesentlich kleinerer Fläche umstrukturieren. Was als großes Unglück erschien, ist rückblickend eher positiv zu bewerten. Denn nach der Überführung in eine GmbH konnte die jetzt Zoo genannte Einrichtung zuerst eine Spezialisierung auf Naturschutz-Themen durchführen, und das nun doch noch dazugekommene Gelände wird nun behutsam als Naturgelände entwickelt (statt vollständig mit letztlich zu kleinen Gehegen überbaut).

Nächster Schritt, nach neuem Parkplatz und Kassengebäude mit Zooshop, ist der Bauernhof aus alten Original-Häusern, in dem neben einer Ausstellung auch eine Cafeteria Einzug halten soll. Drumherum Gehege für bedrohte Haustierrassen, die in eine Auwald-Landschaft überleiten werden. Das Haupthaus war bereits fast fertig und wir konnten es besichtigen.
Hier entsteht auch ein neues Bison- Gehege. Das paßt zwar eigentlich nicht in das Europa-Konzept dieses Parkteils,

aber der Bison ist das Logo-Tier des Zoos, und zudem wird durch Anschaffung von bedrohten Waldbisons aus der Zucht des Tierpark Berlins auch wieder ein Beitrag zum Naturschutz geleistet.

Geier-Voliere

Besonderes Highlight, wenn auch leider von den meisten Zoobesuchern weitgehend ignoriert: Der Europäische Feldhamster, der gut in seinem Kunstbau zu sehen war. Der Zoo Nordhorn nimmt an einem Zucht- und Aussetzungsprogramm für diese sehr selten gewordene heimische Nagerart teil, deren Größe vor allem im Vergleich zu einem Goldhamster beeindruckt. Die Höhle mit Körner-Vorratslager allerdings ist nur “Zierde” und für das Tier nicht erreichbar.

Das Einsetzen der Steinböcke in die Geier-Voliere ist noch immer nicht geschehen - Grund: Die Geier haben sofort mit der Zucht gegonnen, und während der Aufzucht wollte man keine Störungen einbringen. Vorherige Tests mit Ziegen zeigten zumindest, daß die Absperrung zu den Besucherbereichen noch nicht sicher ist. Ob die Vergesellschaftung mit den Geiern klappt wird besonders spannend: die meisten ähnlichen Versuche sind gescheitert.

Info-Schiebetafel an der Afrika-Savanne
Zoo-AG im Zwiegespräch mit Seehund

Das alte, enge Gibbonhaus ist nach Umsiedlung der Tiere nach Istanbul nun völlig ausgeräumt, nur noch Mauern und einige Glasscheiben stehen. Nach grundlegender Sanierung werden hier wieder Gibbons einziehen.

Weitere Neuheiten: Umbau der Seehundanlage, die nun auch einen größeren Landteil und ein kunstverfelstes Unterwasser-Fenster bietet, an dem die Tiere mit den Besuchern spielen. Nachdem bei den Bergzebras der alte Hengst gestorben war, ist nun der junge neue Hengst unfruchtbar. Ihr Gehege wurde teilweise mit großen Steinplatten belegt (zur Hufabnutzung gedacht), aber die Tiere meiden den Bereich und betreten ihm nur sehr vorsichtig. Die wilden Jagden durch das Gehege finden nicht mehr statt, und der Hufabrieb wurde auch nicht wesentlich verbessert. Eine gut gemeinte und teure Baumaßnahme, die sich als verfehlt herausgestellt hat. Um so besser, wenn dies offen eingestanden wird, um Ähnliches in anderen Parks zu vermeiden.

Neuer Eingang

Der Zoo Nordhorn ist auf klarem Weg, zu einer der wichtigsten Einrichtugen der Region zu werden, und das trotz wirtschaftlicher Orientierung bei immer stärkerem Engagement im Natur- und Artenschutz,. Seit 2001 ist der Zoo auch Partnerzoo der Stiftung Artenschutz.

Website des Zoo Nordhorn

Bleibt noch, die nächste Exkursion zum fertigen Hof und Erweiterungsgelände ins Auge zu fassen, und natürlich Frau Gossens herzlich für Führung und Zeit zu danken!

Nachtrag: Die Steinböcke haben vor einiger Zeit Einzug ins Geiergehege gehalten. Die Vergesellschaftung ist völlig problemlos verlaufen.


© 2001/02: Dirk Petzold - zur  Zoo-AG Homepage logoeule Zoodatenbank zoo-infos.de