Zoo-AG

Anmerkungen

Exkursionsbericht Zoo am Meer Bremerhaven
22. Juni 2002

 Besuch der Großbaustelle

Blick über die künftige Robben- und Eisbär-Anlagen, in klassischer Panoramaform gestaffelt.

Der Eisbär-Landteil mit offenem Horizont und links Abgang in die darunter liegenden Innenboxen.

Frau Dr. Kück begrüßte uns zu einem etwas abenteuerlichen Rundgang durch die Großbaustelle, leider auch noch bei strömendem Regen. Was wir zu sehen bekamen - nachdem wir mit Schutzhelmen ausgestattet waren - hat dies mehr als wett gemacht.

Wer den Zoo am Meer nicht von früher kennt, wird kaum zu würdigen wissen, was hier gebaut wird (
vergl. Exkursion 2000). Der ganze Zoo hat selbst nach der Erweiterung weniger als 1 ha Größe, und auf dieser Fläche sollen nicht nur eine ganze Reihe Gehege für große Tiere untergebracht werden, sondern auch noch Betriebsgelände, Besucherbereich, Verwaltung, Gastronomie usw. Und der ganze Umbau bei mehr oder weniger laufendem Betrieb - ursprünglich sollte sogar der Besucherbetrieb aufrecht erhalten werden.

Was ist bisher passiert? Das ganze hintere Gelände nach der Verwaltung - früher Vogelhaus und Affenhaus - ist nun eine Großbaustelle, während im vorderen Bereich die meisten Tiere wie Bären und Robben noch in den alten Anlagen warten. Dazwischen wurden zahlreiche Provisorien aufgebaut.
Grob gesagt, entsteht zur Zeit eine U-förmige künstliche Felskulisse entlang der Außenmauer, die die neuen Gehege für Schimpansen, Eisbären und Robben umschließt.

Die folgenden Bilder sollen einen kleinen Eindruck bieten und einige Details zeigen.

Details der Bärenanlage: Schwenkbarer Felsen trennt oder verbindet Haupt- und Nebengehege, pilzförmige Felsinseln strukturieren das Gehege, ohne des Wasserbereich einzuengen.

Um den Platz möglichst gut zu nutzen, wird der neue Zoo in 3 bis 4 Etagen übereinander gebaut: Oben die Freianlagen und der obere Besucherweg, von dem sich erstmals auch ein weiter Blick über die Gehege hinweg auf die Unterweser bieten wird. Darunter wandelt der Besucher künftig durch eine Grottenlandschaft, die auch den Blick durch Unterwasserscheiben in die Wasserbecken freigibt. Hier liegen auch die Tierunterkünfte.  Und ganz unten eine Technik- und Serviceebene.

Die Panzerglasscheiben sind teilweise schon eingebaut, aber noch mit Holzplatten geschützt. In der hinteren Felswand lockern weitere Scheiben die Kulisse auf und bieten Durchblick auf die Weser.
Alle Wasserbecken werden künftig mit Meerwasser gefüllt sein. Dies hat den großen Vorteil, daß über eine ganze Batterie an Filtern, Abschäumern und anderen Aufbereitungsgeräten ein nahezu geschlossener Wasserkreislauf erzielt werden kann, was mit Süßwasser kaum machbar wäre. Es spart eine Menge Wasserkosten, ist sicher nicht nur für die Robben (bei denen vernutet wird, daß manche Gesundheitsprobleme mit der Haltung in Süßwasser zusammenhängen), sondern auch für die Eisbären und Pinguine optimal, aber bedingt auch eine Unmenge Technik. Allein die schier endlosen Kellerräume mit langen Reihen Filter- und Abschäumer-Türmen sind mehr als beeindruckend - schade, daß die künftigen Besucher davon nichts merken werden.

Fast alle Kunstfelsen sind bereits fertig gestellt und sehr sorgfältig und detailreich echten Felsformationen und geologischen Gegebenheiten nachempfunden. In einigen Nebenbereichen, z.B. der Verkleidung der Glasscheiben, und vor allem an der Farbgebung wurde intensiv gearbeitet.
Zwischen Flutschutzmauer und Kunstfels-Kulisse verläuft außenherum ein schmaler Bedienungsgang, von dem überall Treffen, Türen und Tunnelgänge abgehen. Der Tierpflege-Betrieb wird künftig, im Gegensatz zu früher, fast völlig vom Publikum getrennt verlaufen können.

Im Zentrum des Parks, neben dem schon arg bedrängten alten Klinker-Verwaltungsgebäude, steht noch der Pumakäfig, über den hinweg man noch zur Strandhalle und dem noch unversehrten Zooteil blicken kann. Noch in diesem Jahr sollen die Meeressäuger umziehen, dann geht es auch diesen alten Anlagen an den Kragen, um Platz für die künftigen kleineren Gehege im Süden und im Zentrum des Zoo am Meer und das neue Eingangs-, Verwaltungs- und Restaurationsgebäude zu machen.

Weitere Details der Robben- und Bärenanlagen.

Künftige Besuchergrotte in der mittleren Ebene

Blick von den neuen Felsen über die alten Zoo-Bereiche

Betriebsgang an der Flutmauer

Ein Problem für das neue Konzept stellen die Schimpansen dar. Eigentlich passen sie ja so gar nicht in ein Konzept für Polar- und Meerestiere. Aus Traditions-, Attraktions- und vor allem politischen Gründen werden die Tiere auch im neuen Zoo wieder zu sehen sein.

Und zwar gleich zu Anfang in einer großen, zum Besucher hin verglasten Anlage, mit Hintergrundgemälde und teilweise mit transparentem Dach. Ein Außengehege ist leider nicht vorgesehen, und die nicht sehr hohe Halle mit dem Blechdach wird intensiv mit Elektrodraht verspannt werden, um die Tiere von der Demontage der Technik abzuhalten. Sicher nur ein nicht ganz befriedigender Kompromiß, aber noch immer wesentlich besser als die bisherige Haltung.

Der Zoo am Meer im Internet:
www.zoo-am-meer-
bremerhaven.de

Wir haben uns fest vorgenommen, noch vor der Wiedereröffnung des Zoos im Frühjahr 2004 wiederzukommen und uns den zweiten Bauabschnitt anzusehen. Ein ganz herzlicher Dank an Fr. Dr. Heike Kück, die sich sehr viel Zeit für uns nahm.
Übrigens kann auch der “Normalbesucher” die Baustelle besichtigen - es gibt regelmäßig spezielle Führungen.

Anschließend ging unsere Tour zum Zoo in der Wingst

Erstellt am 26.10.2002

Nachtrag: im Jahr 2004 besuchten wir den neu eröffneten Zoo am Meer: Exkursionsbericht


© 2002 Fotos & Text: Dirk Petzold - zur  Zoo-AG Homepage logoeule- Zoodatenbank zoo-infos.de