Zoo-AG

Anmerkungen

Tierpark Olderdissen, Bielefeld
Die Zoo-AG zum Projekt Braunbärenanlage

Anders als bei der Marderhund-Anlage und der Limicolen-Voliere war die Zoo-AG nicht an an der Planung einer Braunbärenanlage im Tierpark Olderdissen in Bielefeld beteiligt. Im Gegenteil, die Planung, ja das ganze Vorhaben war anfangs geradezu geheimgehalten, so daß wir nicht `offiziell´ aktiv werden konnten. Wir haben aber, als uns erste Gerüchte erreichten, bereits eine Liste von Vorschlägen und Anregungen übergeben, von denen wir in der Planung einige wiederfanden. Aus Rücksicht auf laufende Planungen haben wir bis November 1999 darauf verzichtet, dies hier zu veröffentlichen.

Bielefeld-Tarpangehege-linksBielefeld-Tarpangehege-rechts

Bauplatz der Bärenanlage: Die bisherige Tarpanweide, die mit den angrenzenden Flächen bis zum Wald eine Größe von fast einem Hektar aufweist (Foto 7. 99; Baubeginn 9. 99)

baerAls Sponsor des gesamt 1,5 Mill. DM teuren Projekts tritt die Sparkasse Bielefeld auf, die auch die Planung und konzeptionelle Gestaltung fast ganz übernahm. Erst im Spätsommer 1999 wurde die zu diesem Zeitpunkt bereits fast abgeschlossene Planung der Öffentlichkeit vorgestellt:

Hier eine kurze Aufstellung der bekanntgewordenen Planung:

  • Auf der bisherigen Tarpanweide wird eine Freianlage von 3100 qm gebaut
  • Die Planung macht das zooarchitektonisch sehr erfahrene Architektenbüro Gigi Heuss, Karlsruhe
  • Im Vorfeld wurden mehrere Bärenanlagen besichtigt, so in Worbis und Springe (die wir ebenfalls besucht haben), und mit Fachleuten gesprochen
  • Der ursprüngliche Plan, Jungtiere zu erwerben und eventuell sogar zu züchten, wurde fallengelassen; nun sollen drei Tiere aus schlechter Haltung ausgesucht und übernommen werden (nach dem Vorbild des Bärenschutzparks Worbis)
  • In den aufgewandten Geldmitteln sind bereits die Kosten für die laufende Verpflegung und einen zusätzlichen Tierpfleger enthalten.
  • Es wird ein Bärenhaus gebaut mit drei Boxen und einer anschließenden, kleinen Absperranlage
  • Das Gehege wird mit zahlreichen Kunstfelsen, aber auch Baumstämmen gestaltet; ein Wasserlauf verbindet einen Teich mit dem Wassergraben
  • Zu den Besuchern hin soll ein Wassergraben angelegt werden; die Besucher stehen auf einem teilweise verglasten Holzsteg und haben von zwei Stellen Einblick ins Gehege.
  • Seitlich und im hinteren Bereich wird ein doppelter Gitterzaun geführt, der zusätzlich Elektro- und Signaldrähte enthält
  • Aus Sicherheitsbedenken (wegen des Wassergrabens, aber auch aus Furcht vor nächtlichen `Tierbefreiern´) werden die Bären außerhalb der Dienstzeiten in die Innenboxen gesperrt werden müssen

Leider können wir hier die Planung nicht veröffentlichen.

Zwar waren wir anfang sehr skeptisch, ob der Heimattierpark Olderdissen eine Bärenanlage haben sollte, denn ein solches Großprojekt, erstmals mit gefährlichen Raubtieren, paßt nicht so recht in das bisherige Konzept; zudem hätten sich mit den Geldmitteln bedeutende und notwendige Verbesserungen für andere, bereits vorhandene Arten erreichen lassen. Dennoch haben wir eingesehen, daß eine Bärenanlage auch politisch gewünscht ist und uns entschlossen, uns für eine möglichst gute Umsetzung der Pläne zu engagieren, zugunsten des Tierparks und seiner Besucher, aber vor allem auch für die Bären. Die praktische Umsetzung dieses Engagements haben Dirk Petzold und Martina Raffel für die Zoo-AG übernommen.

Die folgenden Darstellungen werden inhaltlich von diesen beiden Mitgliedern der Zoo-AG verantwortet. Sie wurden im Namen von und als Projekt der Zoo-AG erstellt, geben aber nicht unbedingt die Meinung aller Mitglieder der Zoo-AG wieder!

Zuerst haben wir in der Zoo-AG ausführlich die bisherigen Planungen diskutiert und mit zahlreichen zusätzlichen externen Fachleuten zum Thema Bärenhaltung geredet.

Wir waren uns grundsätzlich darin einig, daß die vorliegende Planung eine gute Bärenanlage darstellt und eine der besten Deutschlands werden müßte. Es gibt aber einige schwerwiegende Kritikpunkte, die unserer Ansicht nach die Qualität der Anlage unnötig schmälern würden, obgleich sie nicht zwingend aus finanziellen, sicherheitstechnischen oder organisatorischen Einschränkungen folgen.

Wir haben daraufhin Ende September die Tierparkleitung angesprochen und unsere Bedenken in einem sehr offenen und in guter Atmosphäre stattfindenden Gespräch vorgetragen. Manche unserer Vorschläge wurden als nicht realisierbar verworfen, letztlich wurden wir aber an die Sparkasse als Entscheidungsträger verwiesen und ermutigt, direkt mit den dortigen Verantwortlichen Kontakt aufzunehmen. Die unten folgende Zusammenstellung unserer Kritikpunkte und Vorschläge sind Auszüge aus dem an die Sparkasse Bielefeld geschickten Brief vom 5. Oktober 1999 .

Leider steht eine Reaktion der Sparkasse uns gegenüber noch immer aus.

Hingegen gab es offensichtlich Anfragen über uns sowohl beim Tierpark als auch beim Architektenbüro, und daraus folgend weitere Nachfragen auch in der Universität, deren Art bei uns den Eindruck aufkommen lassen muß, daß auf diesem Wege Druck auf uns ausgeübt werden sollte. Betroffen waren insbesondere auch am Projekt nicht direkt beteiligte Mitglieder der Zoo-AG. Auch wenn eine Zusammenarbeit nicht gewünscht ist, ist diese Form der Reaktion der Sache nicht angemessen.

Wir sind nach wie vor gerne bereit, Zeit, Fachwissen und Engagement unentgeltlich in den Dienst des Projektes Bärenanlage zu stellen und hoffen noch immer, eine Antwort von den Verantwortlichen zu erhalten. Angesichts der bereits laufenden Bauarbeiten haben wir uns aber entschlossen, diese Seite auch jetzt schon zu veröffentlichen, da sie später kaum noch aktuelle Informationen bieten könnte.

Aus dem Brief an den Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse Bielefeld:

Der bereits aufkeimenden, meist unsachlichen Kritik zum Thema Bärenhaltung in Olderdissen sollte schon im Vorfeld sowohl mit fachlich fundierten Gegenargumenten, vor allem aber durch eine jeder sachlichen Kritik standhaltenden Planung und Durchführung des Projekts Bärenanlage entgegengewirkt werden. Wir glauben, daß wir dazu beitragen und Sie bei diesem Vorhaben unterstützen können.

Nach unserer Einschätzung werden einige Punkte - nach den veröffentlichen Plänen - mit großer Sicherheit Kritik und Gegenaktionen heraufbeschwören. Wir haben uns in langen Diskussionen dazu Gedanken gemacht und auch externe Fachkollegen hinzugezogen.

Die Planung durch das Archtitekturbüro Heuss begrüßen wir grundsätzlich. Frau Heuss hat mehrfach bewiesen, daß sie gut gestaltete, durchdachte Tieranlagen planen kann und auch bereit ist, auf die Anforderungen der Tiere einzugehen. Ebenso befürworten wir, daß nun Tiere aus bisheriger Zwingerhaltung übernommen werden sollen und auf eine Zucht verzichtet wird. Die Produktion weiterer nicht vermittelbarer Braunbär-Jungtiere hätten wir strikt abgelehnt.

Leider ist durch die eher zurückhaltende Information während der Planungsphase der Spielraum für Anregungen recht gering geworden. Eine frühzeitige öffentliche Auseinandersetzung über das Thema Bärenhaltung in Olderdissen hätte wahrscheinlich nicht nur viel noch zu erwartende negative Kritik verhindert, sondern auch zahlreichen Fachleuten die Möglichkeit gegeben, ihre Ideen einzubringen.

Wir haben uns ausführlich über die aktuelle Planung informiert und unsere Kritikpunkte und Vorschläge auch mit der Tierparkleitung besprochen. Dabei sind wir übereingekommen, uns zunächst mit unseren Vorschlägen direkt an Sie bzw. die zuständigen Stellen der Sparkasse Bielefeld zu wenden:

Unser Haupt-Kritikpunkt an der momentanen Planung ist das vorgesehene nächtliche Einsperren der Tiere in die Innenboxen. Auch wenn durch Anpassung der Tierpfleger-Dienstpläne die Tiere von 8 bis 18 Uhr auf der Anlage bleiben könnten, so verbrächten sie doch mehr als die Hälfte des Tages in engen Boxen – und das ausgerechnet zur Haupt-Aktivitätszeit von Bräunbären, nämlich in der Dämmerung und nachts. Das einzige Argument für das Einsperren ist der Sicherheitsaspekt. Wir stimmen mit Ihnen überein, daß die Sicherheit für Tiere und Besucher ein wichtiger Punkt beim Bau von Gehegen dieser Art ist. Unstrittig ist, daß die Bären das Gehege in dieser Bauweise nicht verlassen können. Es geht also um die Sicherheit der Besucher im nachts stets zugänglichen Tierpark. Der doppelte Außenzaun der Anlage mit Signaldrähten bietet hier genügend Sicherheit, lediglich der Bereich des Wassergrabens ist ein potentieller Gefahrenpunkt. Allerdings möchten wir darauf hinweisen, daß es auch in anderen Städten dauernd zugängliche Bärenanlagen gibt (Berlin, Bern, Ulm, Langenberg bei Zürich und zahlreiche mehr), die keine größere Gefahr darstellen als jede Fußgängerbrücke. Durch bauliche Maßnahmen, z.B. höhere Glasscheiben vor dem Wassergraben, ließe sich dieses Risiko weiter verringern. Sollte dies aus Kostengründen nicht möglich sein, könnte man auch den Besucherweg am Bärengraben nachts mit Toren verschließen. Das wäre weniger aufwendig als das Einsperren der Tiere. Eine weitere Gefahr bestünde eventuell durch Randalierer oder ”Tierbefreier”, die die Zäune aufschneiden könnten. Abgesehen von den Signaldrähten und der Alarmanlage verringert sich das Problem durch das Einsperren der Tiere nicht, im Gegenteil: Wenn sich nachts keine Tiere im Gehege befinden, kann der Zaun wesentlich leichter und ungefährdeter beschädigt werden. Die tägliche Zaunkontrolle fällt dadurch ebensowenig weg wie das Risiko einer Zaunbeschädigung tagsüber. Eine optimale Tierhaltung minimiert das Risiko, ”Tierbefreier” auf den Plan zu rufen. Das unserer Meinung nach sehr geringe Risiko ist eine so eingreifende Beschränkung der Bewegungsfreiheit der Bären nicht wert.

Unser zweiter Kritikpunkt richtet sich gegen die Größe der Anlage. Ursprünglich war von bis zu einem Hektar Grundfläche zu hören, was den aktuellen Haltungs-Empfehlungen für Bären z.B. des STS (Schweizer Tierschutz) entspricht. Mittlerweile ist die Fläche durch Einsparungen auf 3100 qm zusammengestrichen worden. Es ist unzweifelhaft, daß im Vergleich zu den meisten Zoo-Gehegen wie auch zu den Mindestgrößen der Haltungsrichtlinien auch diese Fläche groß ist. Die Mindestmaße geben ja auch nur an, wo Tierquälerei gesetzlich beginnt, aber bezeichnen nicht eine optimale oder auch nur gute Tierhaltung. Mehr als die reine Fläche ist eine gute Innengestaltung des Geheges wichtig. Dennoch sollte man gerade bei bewegungsintensiven Großtieren wie Bären die neuesten Erkenntnisse über die Tierhaltung bei der Planung neuer Anlagen berücksichtigen. Kritik aus der Öffentlichkeit richtet sich ebenfalls meist gegen die (vermeintlich) zu geringe Größe von Gehegen. Wir finden es besonders bedauerlich, daß bei vorhandener Fläche und einer vollständig neu geplanten Anlage dennoch nur ein kleiner Teil der empfohlenen Gehegefläche für die Bären zur Verfügung stehen soll.

Der dritte Kritikpunkt bezieht sich auf die Reduzierung der Zahl der Innenboxen auf drei. Bei drei Bären auf der Anlage ist es unabdingbar, vier getrennte Boxen zum Wechseln zu Verfügung zu haben – vor allem, wenn die Tiere lange Zeiträume in den Boxen verbringen müßten. Das gilt um so mehr, da auch das (ebenfalls flächenmäßig verkleinerte) Absperrgehege nicht für eine dauerhafte Haltung eines Tieres geeignet wäre. Alternativ wäre über eine Haltung von nur zwei Bären nachzudenken.

Für fragwürdig halten wir zudem die Absperranlage im vorderen Bereich des Geländes, an drei Seiten von Besucherweg und Betriebszugang umgeben: Gerade kranke oder aus anderen Gründen abgetrennte Tiere im Absperrgehege bedürfen besonderer Ruhe. Sehr schwer wird es auch sein, bei der vorliegenden Gehegeplanung zu verhindern, daß die Tiere von Besuchern unkontrolliert gefüttert werden. Gerade Tiere aus vorheriger Zwingerhaltung verfallen leicht in Bettel-Stereotypien, von gesundheitlichen Gefährdungen und dem nicht artgemäßen Verhalten ganz abgesehen. Die momentane Planung macht auch eine spätere Gemeinschaftshaltung der Bären mit einer weiteren Tierart (z.B. Fuchs) nahezu unmöglich – ein Gesichtspunkt, der nicht nur zur Verhaltensanreicherung und als Besucherattraktion bei neuen Bärenlagen immer wichtiger wird.  Auch einem weiteren, sehr wichtigen Aspekt des natürlichen Verhaltens ist bei der vorliegenden Planung noch nicht Rechnung getragen worden: Völlig unklar ist, was geschehen soll, wenn einer der Bären beschließen sollte, im Gehege Winterschlaf zu halten. Auch dafür müssen Gehege und Tierpflege ausgelegt ein.

Besonders bedenklich finden wir es, daß die Einsparungen beim Bau der Anlage ausschließlich auf Kosten der Bären gehen: Größe der Anlage, vierte Box und nächtliches Einsperren. Hingegen sind vordergründige Gestaltungsideen, wie Stege, Sumpfzone oder künstliche Felswände, die große Teile der Baukosten verschlingen, davon fast unbeeinflußt. So wichtig auch eine ansprechende Gestaltung für die Besucher ist: Wenn man sich entscheidet, die Verantwortung für so anspruchsvolle Großtiere wie Braunbären zu übernehmen, sollten an vorderster Stelle der Planung Tierhaltung und Ansprüche der Tiere stehen; erst nach diesen grundsätzlichen Überlegungen müssen dann Sicherheitsaspekt, Bedürfnisse der Besucher und äußere Gestaltung berücksichtigt werden. Wenn dies – und sei es aus finanziellen Erwägungen – nicht möglich ist, sollte man auf die Haltung solcher Tiere verzichten.

Angesichts der bereits begonnenen Bauvorbereitungen ist uns klar, daß am Gesamtkonzept der Anlage nicht mehr viel zu verändern ist. Wir möchten daher einige Vorschläge unterbreiten, wie auch während der Bauphase noch Veränderungen zugunsten der Tierhaltung möglich sind:

- Erweitern Sie die Gehegefläche zumindest bis zum oberen Waldrand. Zu fällende, instabile Bäume können direkt auf die künftige Anlage transportiert werden und als Bereicherung für die Bären dienen. Auch eine Erweiterung auf die links anschließenden Gehegeflächen wäre möglich. Wenige Meter Zaun – nicht der größte Posten bei den Kosten dieses Geheges -  bringen hier eine deutliche Verbesserung der Lebensbedingungen für die Bären.

- Sorgen Sie mit entsprechender Sicherheitstechnik und baulicher Veränderung dafür, daß die Bären ganztägig auf der Anlage bleiben können. Daß dies möglich ist, haben andere Bärenhaltungen gezeigt; und ein Verzicht darauf wäre unserer Meinung nach ein unzumutbarer Einschnitt in die artgemäße Lebensweise der Bären.

- Erweitern Sie das Absperrgehege wieder und schirmen Sie es baulich gegen die Besucher und den herumführenden Betriebszugang ab.

- Bauen Sie in das Bärenhaus die vierte, dringend benötigte Box gleich ein.

- Die dafür notwendigen Mehrkosten lassen sich unserer Meinung nach durch Verzicht auf rein äußerliche Gestaltungselemente wie z.B. die Kunstfels-Wände am Graben und den oberen Teich einsparen.

Über die Einrichtung und innere Gestaltung des Geheges möchten wir uns an dieser Stelle noch nicht äußern, da bis zur Umsetzung dieses Bereichs noch einige Monate vergehen werden und Änderungen hier leichter möglich sein werden als beim baulichen Bereich.

Wir gehen davon aus, daß Sie bei der Finanzierung des Projektes nicht nur an Bau der Anlage und Kosten für Tierpflege gedacht haben, sondern auch an eine entsprechende edukative Information der Besucher, ein heute unverzichtbares ”Verhaltensanreicherungsprogramm” für die Bären  und eine wissenschaftliche Betreuung der möglicherweise schwierigen Eingewöhnung der ehemaligen, wahrscheinlich bereits verhaltensgestörten Zwingerbären.

Wir möchten nochmals betonen, daß ein Tiergehege, das nicht die neuesten Erkenntnisse der Wildtierhaltung berücksichtigt und aus falsch verstandenem Sparen heraus auf das zur Zeit tragbare Minimum reduziert wird, in wenigen Jahren bereits nicht mehr den Anforderungen an moderne Tierhaltung entsprechen und entsprechende Kritik heraufbeschwören wird.

Die Zoo-AG Bielefeld ist auch gerne bereit, konstruktiv an der Verbesserung der Haltungsbedingungen für die Bären mitzuarbeiten. Wir nennen Ihnen auch gerne unabhängige Fachleute, die sich mit zeitgemäßer Bärenhaltung beschäftigt haben. Für Rückfragen und Informationen aller Art stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Wir bitten Sie höflich, unsere Argumente vor allem in Hinblick auf eine optimale Bärenhaltung zu bedenken und unser Schreiben an die zuständigen Stellen der Bauabteilung weiterzuleiten.

Nachtrag September 2000: Am 6. 9. 2000 wurde die Anlage “feierlich” eröffnet. Zu sehen sind zwei Braunbären aus der Zwingerhaltung des Tierparks Staßfurt. Die Tiere waren “offiziell” fast drei Wochen eingesperrt, bis die Sparkassen-Leitung die Anlage eröffnen konnte; zum Glück aber eben nur “offiziell”, denn die Tiere waren nicht nur zu Testzwecken, sondern fast durchgehend schon vorher zu sehen. Die Anlage gehört bestimmt zu den zehn besten Bärenanlagen Deutschlands, wenn auch bei dieser Größe und Ausstattung weitere Tiere nicht unbedingt empfehlenswert sind. Auf den doppelten Außenzaun wurde übrigens verzichtet, und auch die Besucherbrücke - mit waagerechten, für Kinder erkletterbaren Balken im Geländer - paßt nicht so ganz zur Sicherheits-Hysterie der Sparkasse. Eine konsequente wissenschaftliche Beobachtung der Bären vor allem während der Eingewöhnungsphase fand leider nicht statt, und wie das Füttern durch die Besucher vermieden werden soll, ist auch noch völlig unklar. Dennoch glauben wir, daß die Anlage gegenüber den ersten Planungen und Verlautbarungen wesentlich besser geworden ist als zu befürchten war. Vielleicht auch eine Folge der konstruktiven Kritik im Vorfeld (nicht nur von uns!), auch wenn das natürlich niemals jemand zugeben würde. Letztlich kann es uns auch egal sein, denn es zählt nur eines: Den Bären geht es offensichtlich gut, und das ist das Wichtigste!

Nachtrag 2001: Fotos der fertigen Anlage

© 11.99 / 9.00 Dirk Petzold


Erstellt im November 1999 / Nachtag 9. 2000 - Zoo-AG Homepage logoeule