Zoo-AG

Anmerkungen

Exkursions-Bericht

Zoo Jaderberg
28. August. 2004

Am 28. und 29.8.2004 führte eine Wochenend-Exkursion einige Mitglieder der Zoo-AG Bielefeld nach Norden  zum Besuch des neu eröffneten Zoo am Meer Bremerhaven, der ebenfalls erneuerten Aquarien in Oldenburg und Wilhelmshaven, dem Vida-Mini-Zoo in Huchting und einem erneuten Besuch im Zoo Jaderberg.

Nach den frustrierenden Erlebnisse in Oldenburg ging es frohen Mutes weiter nach Jaderberg - hier konnten wir sicher sein, positive Erfahrungen zu machen. Wir waren bereits 2001 in Jaderberg (einige AG-Mitglieder auch danach noch), so konnten wir uns den Park in aller Ruhe ansehen und uns auf einige Bereiche konzentrieren.
Der Leiter, Dr. Minnemann, lud uns zunächst zu einem ausführlichen Gespräch ins Terrassen-Café ein, unter einer uralten, wieder in Schirm-Form gebrachten Linde.
Danach schlossen wir uns dem kommentierten Fütter-Rundgang mit der Zoopädagogin des Parks an, Frau Minnemann.

Erste Station: Die mit Unterwasserfenstern nochmals erweitetere Pinguin-Anlage. Die täglich stattfindende, sehr ausführliche Führung bietet für alle Teilnehmer etwas: Kindgerechte Erläuterungen und einige Mitmach-Aktionen ebenso wie fundierte Informationen für zoologisch vorgebildete Besucher. 

Ein erster Höhepunkt für die Kinder: Die Krallenaffen-Anlagen. Hier bekommen ganz Mutige eine Handvoll Mehlwürmer, die sie  den Tieren unter Anleitung verfüttern dürfen.

Ebenfalls gefüttert - wenn auch nicht durch die Besucher - wird an der Löwenanlage, die mitterweile dicht zugewachsen ist und durch die Glasscheiben des Beobachtungshauses sehr naturnah wirkt. Mit im Gehege: ein mit über 20 Jahren uraltes Männchen, das kastriert wurde, damit es keinen Ärger mit dem jetzigen Löwenchef gibt.

Wo bis letztes Jahr die ausgelagerten Seehunde aus Wilhelmshaven lebten, wurde nun ein Gehege für Zwergotter erbaut und gleich noch durch eine Schildkröten-Anlage ergänzt.
Im früheren Raubtierhaus sind nun Steppen-Schliefer eingezogen; eine Art, die bis vor wenigen Jahren noch kaum in Zoos zu sehen war, sich nun aber vor allem in den mittelgroßen Parks ausbreitet.

Im Streichelzoo, an der Nasenbär-Insel (einer der nächsten Futter-Stationen) lebt auch das “Pädagogische Lama”, das als Gegenstück zu den Alpakas und anderen Haustieren als didaktisches Anschauungsobjekt dient.

Spannend wird es wieder an den Affeninseln, wo bereits mehrere Pelikane auf den Futtereimer lauern. Vor allem bei "Laß-das-sein" und "Hör-auf-damit" begreifen auch die Zuschauer teils sehr schnabel-greiflich, woher die beiden ihre Namen haben.

Ein kleines Stück weiter kommt die Fütterungs-Tour zum großen Finale, wenn - erneut unter Aufsicht und Anleitung - die außergewöhnlich zutraulichen Angola-Giraffen gestreichelt und sogar mit Laubzweigen und (ein besonderer Leckerbissen) Haferflocken gefüttert werden dürfen. Der “normale” Zoobesucher wird wohlweislich von den empfindlichen Tieren ferngehalten.
Erstaunlich, daß ihre Hufe den Giraffen auf dem weichen Moor- und Marsch-Boden keine Probleme machen; aber auf der Innenanlage wird ausgleichend mit scharfem Split gestreut, um die Hufe stärker abzuraspeln.

Am nähesten kommt man den Tieren der Afrika-Anlage, wenn man mit der kleinen Eisenbahn eine Runde rundherum fährt.  Auf dem Erweiterungsgelände sind die ersten Bauabschnitte fertig. Doch die Savanne soll noch deutlich erweitert werden. Spätestens dann wird man ein Fortbewegungsmittel zu schätzen wissen.
 

Wo vor einigen Jahren noch leeres Grünland war, wurden hunderte Bäume und Sträucher gepflanzt. Leider gingen aber im alten Zooteil viele große alte Eichen durch Eichenspanner und Pilzbefall ein; einige konnten durch einen Not-Schnitt vorerst gerettet werden.

Noch in Bau oder unvollendet sind Großvoliere, weitere Gehege dahinter (zur Zeit provisorisches Hirschgehege), das Kamel- und Storchengehege. Zur Zeit mag der hinterste Zipfel des Parks manchem Besucher noch etwas dürftig erscheinen, doch in dem großen Erweiterungsgebiet liegt die Zukunft des Parks.

Die Besitzer des Parks stammen aus der Schaustellerei. Ein Gespür für Besucherwünsche dürfte einer der Gründe sein, warum der Jaderpark überhaupt wieder aus der Talsohle der 1980/90er herausgekommen ist (vergl. Bericht 2001), und Ausdruck davon ist auch der Freizeitpark-Teil, der viele weitere Besucher anzieht und nochmals deutlich erweitert wurde. Zum Glück ist er noch immer streng getrennt vom eigentlichen Zoo-Bereich.

Lediglich bei der kleinen Bootsfahrt haben sich einige teils bewegliche “Dschungel-Motive” eingeschlichen, die hier aber eher als lächerlich wirkende Fremdkörper herumstehen. Schade darum; die lebenden Tiere sind hier ohnehin für alle viel interessanter. Für den Freizeitpark-Aspekt dürfte die bald hinzukommende große Indoor-Halle die weitaus wichtigere Ergänzung darstellen.

Bleibt zu hoffen, daß der Zoo Jaderberg auch ohne Rummelplatz-Attraktionen erfolgreich bleibt und die vielen geplanten neuen Tieranlagen in den nächsten Jahren umgesetzt werden können.

Weiter ging unsere Tour nach Wilhelmshaven

Erstellt am 30. 12. 2004

Wir danken Dr. Dieter Minnemann und Frau Barbara Minnemann für die Einladung, ihre Zeit und die Gastfreundschaft im Jaderpark und hoffen, auch in den nächsten Jahren wieder einmal vorbeikommen zu können.

Zoo-Infos.de: Jaderpark Jaderberg

www.jaderpark.de

Anmerkung: Die Darstellungen und Meinungen im Bericht auf dieser Seite geben nicht zwingend die aller Zoo-AG-Mitglieder wieder.


© 2004 Fotos & Text: Dirk Petzold - zur  Zoo-AG Homepage logoeule Zoodatenbank zoo-infos.de